MEINE ARBEIT

 

Sehmuster

Diese Arbeiten sind eine Weiterentwicklung der Mindmaps.  Sie setzen sich mit den vielfältigen Landschaften der Iris und der Pupille auseinander und mit den Bildern, die entstehen, wenn man in zu helles Licht schaut und danach die Augen schließt.  Die zerfließenden Formen und Farbexplosionen, die vor dem inneren Auge entstehen, sind über Landkarten aus Iris und Pupille gelegt.  

 

Mindmaps

Diese Arbeiten sind Landkarten im weitesten Sinn.  Tatsächliche Karten werden überlagert mit Stimmungsbildern und inhaltlich beschriebenen Ereignissen, die mit den gezeigten Orten in Zusammenhang stehen.  Die Mindmaps sind mit einem Sandbett versehene Leinwände, die mit Acryl- Eitempera- und Ölfarbe bemalt und mit Kreiden, Pigmenten, Kaffee etc. bearbeitet sind.  In das Sandbett sind in einigen Fällen Materialien wie Seidenpapier- Holz oder am dargestellten Ort gefundene Objekte eingearbeitet. 

„Was ist was? Was sehen wir wirklich? Hier neben uns, wenn wir den Titel nicht wüssten: eine Klimakarte mit Hoch- und Tiefdrucklinien? Eine Landkarte mit den hellen Höhenlinien? Grün und Blau, Mäander, die in Schwüngen zerfließen: Andeutungen, Anmutungen, Anklänge. Was bedingt unsere Assoziation, wie funktioniert Erinnerung? Wie finden wir auf der Landkarte unserer Erinnerung gewisse Orte, Zeiten, Konstellationen wieder? Und andere nicht? Wie kommt es, dass sich unser Navigator durch die Ländereien des Vergangenen auf bestimmte Topoi fokussiert? Und was macht unser Erinnern mit den Topoi, wenn wir sie wieder finden auf unserer “Mind-Map”?“

Reinhard Rakow zum Bild „Frühjahrsüberschwemmung“ in der Eröffnungsrede der Ausstellung „Neue Malerei von Angela Rohr“ in Edewecht im Oktober 2004

Die Arbeiten der London-Serie bestehen aus Gegensätzen von informeller und materialbezogener formfreier Malerei einerseits und einem harten Kern, einem auf Karten bezogen realistischen Fokus mit skripturalem Element, bei dem auf das subjektive Erleben der Autorin angespielt wird.  So unterschiedlich die Straßen des ehemaligen Wohnplatzes und ihrer Umgebung auch sind, so verschiedenartig ist die Malerei auf den Leinwänden bis hin zur Vielfalt einer einzelnen Farbe: Der Farbe Rot.

Dr. Jürgen Weichardt zur Serie „London“ in der Eröffnungsrede der Ausstellung „Menschen bei der Arbeit“ in Wildeshausen im September 2005

Materialcollagen auf Leinwand

Ich überlagere in meinen Materialbildern bedeutungstragende Objekte, die im Bildkontext einen neuen oder erweiterten Sinnzusammenhang ergeben.  Beispielsweise wird eine Baumwurzel zu einer Öffnung in der Leinwandoberfläche, Patronenhülsen sprechen vom Krieg, könnten aber auch für einen Zaun vor einer Wiese stehen.  

 

Die Materialbilder bestehen vorwiegend aus Acryl- und Eitemperafarbe, Kreide, Pigmenten, Leim und Sand und aus in und auf die Leinwand genähten, geleimten oder geschraubten Fundstücken, Holz, Papier, Fotos und anderem mehr.  In einigen Arbeiten wird mit Hilfe dieser Arbeitsweise die zweidimensionale Bildebene in Frage gestellt, die so verzerrt wird, dass das Bild an sich räumliche Tiefe gewinnt.  Die vorwiegend abstrakten Bilder zeigen Landschaften im weitesten Sinn, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Bild und Abbild auseinandersetzen.  Die eigentliche Bedeutung verwendeter Objekte kann sich im Bildzusammenhang verändern, obwohl das Objekt meist erkennbar bleibt. 

Menschen bei der Arbeit

Die Menschen bei der Arbeit sind eine Serie von 8 Menschen, die die Arbeitsweise der Materialcollagen mit dem Thema Menschen zusammenbringen.  Sie zeigt Menschen, die bei der Arbeit sind, aber nicht eigentlich arbeiten.  Trotzdem sind ihre Tätigkeiten für den jeweiligen Arbeitsprozess notwendig:  Die Tee- oder Zigarettenpause, die gähnende Müdigkeit vor oder nach dem Auftritt, die Fahrradfahrt von der Werkstatt in die Mittagspause, das Kundengespräch, die Stillpause.  All diese Tätigkeiten werden als Pausen wahrgenommen, bieten aber tatsächlich die Möglichkeit, über für die Arbeit notwendige Aspekte nachzudenken, Entscheidungen zu treffen, sich auf das, was als Nächstes gemacht werden soll, vorzubereiten.  Die Ausnahme ist der Schauspieler, der als Teil einer Kunstperformance stundenlang bewegungslos in einem Schaukasten verharrt - was ist Pause, was ist Arbeit?

 

Die Menschen bei der Arbeit bestehen aus einer Kombination verschiedener Techniken:  mit einem Sandbett versehene Leinwände sind mit Acryl- und Ölfarbe bemalt, in die in jedem Bild unterschiedliche Materialien wie z.B. Wolle, Brennnesseln oder Ziegeldraht eingearbeitet sind.  Die Bilder enthalten Gegenstände, etwa Teile eines Stuhls oder Fahrrads, eine Flasche, eine Malschürze, mit deren Hilfe ich mit der Dreidimensionalität des gemalten Bildes spiele.  Im Gegensatz dazu sind die Menschen einfarbige Bleistiftzeichnungen, das eigentlich gegenständlichste Element des Bildes, der Mensch, bleibt also aufgrund der Darstellungsweise abstrahiert.

Aktmalerei

Parallel zum Hauptthema meiner bisherigen Arbeiten, den abstrakten Landschaften, waren von Anfang an auch Menschen Motive meiner Bilder.  Die Aktstudien sind als flächenhafte, stark abstrahierte Farbskizzen auf mit Sand grundierten Leinwänden gearbeitet. 

Fotoarbeiten

In der Ausstellung "Überlagerungen der Wirklichkeit" im Mai 2001 zeigte ich zwei doppelt belichtete Fotografien, April und June, deren einzelne Schichten durch den neuen Zusammenhang anders gedeutet werden können.  

London Dystopia, eine andere Fotoserie, erzählt vom Zusammenspiel mehrerer Ebenen in einer Stadt wie London unter der Annahme, dass sich die Schreckensvisionen einer durch die steigenden Meeresspiegel dauerhaft überschwemmten Stadt irgendwann erfüllen werden.  Auf den Bildern sind verschiedene Ebenen von bemalter und perforierter Projektorfolie und schwarz-weiß Fotos und Zeichnungen zu einem Ganzen verschmolzen.

Foto- und Papiercollagen

Diese Arbeiten stammen größtenteils aus meiner Studienzeit und sind daher projektbezogen.  In den meisten wurden Fotografie, Zeichnung und Aquarellmalerei auf Papier und Transparentpapier kombiniert. 

home, update: 29.05.07